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Institut für Angewandte und Experimentelle Mechanik |
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Experimentelle
Modalanalyse |
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Durch ständig
wachsende Anforderungen an Konstruktionen und den zunehmenden Einfluss
des Leichtbaus werden zur mathematischen Beschreibung mechanischer
Systeme immer exaktere Modelle erforderlich. Schwingungsfähige
mechanische Systeme werden durch Massen, Steifigkeiten und Dämpfungen
modelliert. Jedes Modell beruht auf vereinfachenden Annahmen und enthält
somit von vornherein ein gewisses Mass an Unsicherheiten. Durch die
steigende Bedeutung der möglichst präzisen Abschätzung der
Modellparameter spielt die rechnergestützte Messung und Analyse
dynamischer Bauteileigenschaften eine immer wichtigere Rolle. Das tatsächliche
Verhalten eines Systems kann nur auf der Basis experimenteller
Untersuchungen ermittelt werden. Die Experimentelle Modalanalyse (EMA)
ist eines der wichtigsten Messverfahren in diesem Bereich.
Bei der EMA werden die
Übertragungsfunktionen eines Systems, d. h. der Zusammenhang zwischen
einer oder mehrerer eine Struktur anregenden Kraft als Referenz oder
Eingang des Systems und den Beschleunigungen der Struktur an
verschiedenen Orten als Ausgänge des Systems gemessen. Die im
Zeitbereich gemessenen Signale werden in den Frequenzbereich
transformiert und ergeben jeweils auf das Referenzsignal bezogen ein
System von Übertragungsfunktionen. Daraus können die modalen
Parameter Eigenfrequenzen (auch Nachgiebigkeiten), Dämpfungen und
Eigenvektoren (räumliche Verschiebungen der Messpunkte bei den
jeweiligen Eigenfrequenzen; auch Eigenformen) ermittelt werden. Die
Kenntnis der modalen Parameter gestattet eine Beschreibung des
dynamischen Systemverhaltens und ist die Grundlage für weitere
numerische Untersuchungen.
Die Laboreinrichtungen des Instituts A für Mechanik bieten vielfältige
Möglichkeiten zur Durchführung von Modalanalysen. Elektrodynamische
Shaker und Impulshämmer in verschiedenen Grössen zur Anregung der
Strukturen, Kraftmesszellen, ein- und dreiachsige
Beschleunigungsaufnehmer oder Lasermesstechnik zur
Signalerfassung, Analysatoren und PC-basierte Messsysteme zur
Signalverarbeitung stehen zur Verfügung. Neben der Untersuchung von
Tennisschlägern, Verdichtereinrichtungen oder Maschinenverkleidungen
im Rahmen von Industrieaufträgen werden Modalanalysen am Institut
auch im Rahmen der verschiedenen Projekte, wie beispielsweise Adaptive Fügestellen, Simulation und Messung verfahrenstechnischer
Leitungssysteme SFB
412, Ultraschallbeeinflusstes Umformen SFB
543, durchgeführt.
Die folgenden Bilder
zeigen Ausschnitte aus einer Modalanalyse des Bodenteils einer
Fahrzeugkarosserie. Sie wurde am Institut in der Versuchshalle des
Verfügungsgebäudes durchgeführt. Die Anregung erfolgte mittels
eines elektrodynamischen Schwingerregers. Die Ankopplung des
Schwingerregers an die Struktur verändert deren dynamisches Verhalten.
Diese Rückwirkung kann reduziert werden, indem die Ankopplung über
einen biegeweichen Draht erfolgt oder wie im Bild rechts ein
sogenannter modaler Shaker verwendet wird. Beim modalen Shaker ist der
Stößel nicht mechanisch gelagert sondern wird ¨uber ein
elektrisches Feld justiert, wodurch nahezu keine axiale Steifigkeit
auftritt. Als Anregungssignale dienten Rausch- und Sinussignale. Zur
Messung der Anregungskraft wird eine piezoelektrische Kraftmesszelle
benutzt, die über Ladungsverstärker ein kraftproportionales
elektrisches Spannungssignal zur Verfügung stellt.
Vor der Messung wurde auf der Struktur ein
Raster zur Festlegung der Messpunkte aufgezeichnet. Für jeden Punkt
des Rasters wurde eine Übertragungsfunktion gemessen, um so für
jede Mode die Auslenkung eines jeden Punktes (Eigenform) berechnen zu
können. Für eine hohe örtliche Auflösung muss das Raster sehr
fein sein. Im Bild ist ein Raster auf dem Tunnel- und Bodenblech der
Autokarosserie zu sehen, das einen Abstand von Punkt zu Punkt von 2cm
hat. Insgesamt sind 685 Messpunkte vorhanden. Auf die Messpunkte
werden bei der Messung Miniatur-Beschleunigungsaufnehmer aufgesetzt.
Alternativ kann auch ein Laservibrometer eingesetzt werden.
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Jede Übertragungsfunktion wird vom
Messsystem an den PC übertragen und dort gespeichert. Wenn von jedem
Punkt eine Übertragungsfunktion vorliegt, werden diese mit Hilfe
eines Modalanalyse-Programmes ausgewertet. Als Ergebnis der
Modalanalyse erhält man die modalen Schwingungsformen wie im Bild für
vier Moden dargestellt, sowie die Werte der Eigenfrequenzen und der
modalen Dämpfungen.
Die durch die EMA gewonnenen Ergebnisse
wurden im Rahmen des Projektes aktive Schall-/
Schwingungsregelung verwendet, um zu ermitteln, wie auf den
vermessenen Teil der Karosserie piezoelektrische Folien aufgebracht
werden müssen, damit die Strukturschwingungen aktiv gedämpft
werden können.
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